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KÖLLA Information vom 15.09.2017

Schulterschluss mit der Produktion und dem Kunden

Die Anforderungen an Fruchthandelsunternehmen sind in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden.  Ob Qualitätssicherung, Abwicklung, Logistik oder Beschaffung – die Lieferkette muss dennoch möglichst „schlank“ ausgerichtet sein. 

Das Fruchthandel Magazin sprach über diese Themen mit KÖLLA-Geschäftsführer Georg Hoffmann.  

Fruchthandel Magazin:
Herr Hoffmann, der Fruchthandel bedeutet heute weit mehr als reine Beschaffung und Warentransport von A nach B. Was macht einen Full Service Provider im Jahr 2017 und darüber hinaus aus?

Georg Hoffmann:
Heute wie in Zukunft sehen wir den Full-Service-Provider im Schulterschluss mit der Produktion und dem Kunden, um die Lieferkette sicher, schlank und kompetent auszurichten. In den Bereichen Qualitätssicherung, Abwicklung, Logistik und Beschaffung werden wir in Zukunft auf hochqualifiziertes Personal zurückgreifen, um die Vorstellungen und Vorgaben der Kundschaft umzusetzen. Die Umsetzungsgeschwindigkeit hat sich gesteigert und ist damit auch spannender geworden - Beratungskompetenz wird gefragt sein.

Mit dem Klimawandel und den auftretenden Problemen werden wir zu einer größeren Übersicht des Marktes gezwungen werden, um Qualität und Menge zu sichern. Dazu gehört ein funktionierendes Netzwerk, das flexibel und kompetent reagiert. Spannend ist und wird die Entwicklung neuer Sorten und Verpackungen sein, die wir in enger Kooperation mit unseren Kunden und Produzenten umsetzen. Vertrauen und Verbindlichkeit bleiben die Grundvoraussetzungen.

FH-Magazin:
Jahrelang hat der LEH fast ausschließlich auf den Preis geachtet und die Verbraucher quasi zu geringer Wertschätzung von O+G „erzogen“. Vielfach steht heute zum Glück aber wieder der Geschmack im Vordergrund, doch wenige Verbraucher wissen überhaupt, wie gute Produkte schmecken. Was ist notwendig, um über den Geschmack wieder mehr Wertschätzung und damit auch mehr Wertschöpfung zu erreichen?    

G. Hoffmann:
Wir denken sehr wohl, dass die Verbraucher wissen, was ihnen schmeckt und was nicht. Der Preis entscheidet mit, ist aber nicht das alleinige Kriterium. Was nicht schmeckt, wird nicht sofort wieder gekauft und das ist die Höchststrafe für unseren Handel. Produkte mit gutem Geschmack sind Selbstläufer und darauf müssen wir aufbauen. Die Weiterentwicklung von geschmacksintensiven Sorten ist unabdingbar. Sorten, die ihr Qualitätsniveau über mehrere Tage halten. Wichtig ist aber auch der Erhalt der Frische und damit auch des Geschmacks, d.h. der kurze und schnelle Weg von der Ernte bis zum Konsumenten, also Einhalten der Kühlkette, Pflege im Geschäft, etc. 

Manchmal sind es aber auch die einfachen Dinge, die uns weiterbringen. Nämlich nicht zu früh mit einem Artikel zu starten, sondern erst wenn das Obst und Gemüse schmeckt. Es kostet Geld, aber ich bin der Meinung, dass es sehr gut investiert sein wird. Wenn unser Handel bereit ist, für gutes Obst und Gemüse mit mehr Geschmack einen höheren Preis zu zahlen, dann werden sich die Produzenten darauf einlassen.

FH-Magazin:
Der Online-Handel wächst bekanntlich. Glauben Sie, dass der Internet-Einkauf mit anonymen Produktabbildungen und Produktversprechen das Einkaufen mit allen Sinnen (Riechen, Anfassen und Prüfen) ersetzen kann?  

G. Hoffmann:
Das Thema wird heiß diskutiert und ich glaube, das man es differenziert sehen muss. Meiner Meinung nach wird der Online-Handel einen Teil des Obst- und Gemüsehandels übernehmen. Das bequeme Bestellen, die Lieferung am selben Tag, zumindest in Großstädten, wird vor allem für die jüngere Generation ein normaler Vorgang werden. Wenn die Kühlkette auf einfachem Weg bis zur Haustür gehalten werden kann, wird es noch leichter. 

Aber auch der Online- Handel ist nicht preiswert und Probleme mit Rücksendungen werden die Begeisterung evtl. eindämmen. Eine Alternative wird immer mehr die Hauslieferung des Supermarktes am Wohnort, vor allem bei körperlich eingeschränkten Menschen. Dieser Service wird weiter wachsen. 

Der andere Teil wird weiterhin wie bisher einkaufen gehen, ob im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt und riechen, anfassen, prüfen und wenn möglich probieren. Man sollte hier die soziale Komponente nicht aus dem Blick lassen, denn viele Menschen gehen auch einkaufen, um andere Menschen zu treffen.

FH-Magazin:
Wie stark kann sich ein engagierter Full Service Provider wie KÖLLA gegenüber dem LEH einbringen, um die Verbraucher durch Verkostungen für das Thema stärker zu sensibilisieren?   

G. Hoffmann:
Wir beschäftigen uns mit dem Thema seit einigen Jahren und mussten erst einmal lernen, selber unvoreingenommen, d.h. in der Blindverköstigung, mit unserem Obst und Gemüse umzugehen. Hierzu haben wir intern eine Sensorik-Gruppe aus Mitarbeitern aller Bereiche gegründet, die sich regelmäßig mit unseren Produkten auseinandersetzt. Die Ergebnisse waren teilweise überraschend, aber wir haben verstanden, dass teuer oder Marke nicht immer am besten schmeckt. Wir bieten in unserem Showroom übrigens Sensorik-Seminare an, um Kunden und deren Mitarbeiter für das Thema Geschmack zu sensibilisieren. Wir würden uns freuen, wenn sich diese Vorgehensweise durchsetzt. 

Wir werden alle kritischer, interessierter und bewusster.

Veröffentlicht im Fruchthandel Nr. 36 vom 09.09.2017, Verfasser: g.b / m.s.

@Dachzeile:KÖLLA – THE FRUIT COMPANY

@Überschrift 2:Schulterschluss mit der Produktion und dem Kunden

@Vorspann: Die Anforderungen an Fruchthandelsunternehmen sind in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden.  Ob Qualitätssicherung, Abwicklung, Logistik oder Beschaffung – die Lieferkette muss dennoch möglichst „schlank“ ausgerichtet sein.

@Grundtext mit Einzug: Das Fruchthandel Magazin sprach über diese Themen mit KÖLLA-Geschäftsführer Georg Hoffmann.

@Interviewer:Fruchthandel Magazin:

@Grundtext mit Einzug: Herr Hoffmann, der Fruchthandel bedeutet heute weit mehr als reine Beschaffung und Warentransport von A nach B. Was macht einen Full Service Provider im Jahr 2017 und darüber hinaus aus?

@Interviewer:Georg Hoffmann:

@Grundtext mit Einzug: Heute wie in Zukunft sehen wir den Full-Service-Provider im Schulterschluss mit der Produktion und dem Kunden, um die Lieferkette sicher, schlank und kompetent auszurichten. In den Bereichen Qualitätssicherung, Abwicklung, Logistik und Beschaffung werden wir in Zukunft auf hochqualifiziertes Personal zurückgreifen, um die Vorstellungen und Vorgaben der Kundschaft umzusetzen. Die Umsetzungsgeschwindigkeit hat sich gesteigert und ist damit auch spannender geworden - Beratungskompetenz wird gefragt sein.

Mit dem Klimawandel und den auftretenden Problemen werden wir zu einer größeren Übersicht des Marktes gezwungen werden, um Qualität und Menge zu sichern. Dazu gehört ein funktionierendes Netzwerk, das flexibel und kompetent reagiert. Spannend ist und wird die Entwicklung neuer Sorten und Verpackungen sein, die wir in enger Kooperation mit unseren Kunden und Produzenten umsetzen. Vertrauen und Verbindlichkeit bleiben die Grundvoraussetzungen.

@Interviewer:FH-Magazin:

@Grundtext mit Einzug:Jahrelang hat der LEH fast ausschließlich auf den Preis geachtet und die Verbraucher quasi zu geringer Wertschätzung von O+G „erzogen“. Vielfach steht heute zum Glück aber wieder der Geschmack im Vordergrund, doch wenige Verbraucher wissen überhaupt, wie gute Produkte schmecken. Was ist notwendig, um über den Geschmack wieder mehr Wertschätzung und damit auch mehr Wertschöpfung zu erreichen?   

@Interviewer:G. Hoffmann:

@Grundtext mit Einzug:Wir denken sehr wohl, dass die Verbraucher wissen, was ihnen schmeckt und was nicht. Der Preis entscheidet mit, ist aber nicht das alleinige Kriterium. Was nicht schmeckt, wird nicht sofort wieder gekauft und das ist die Höchststrafe für unseren Handel. Produkte mit gutem Geschmack sind Selbstläufer und darauf müssen wir aufbauen. Die Weiterentwicklung von geschmacksintensiven Sorten ist unabdingbar. Sorten, die ihr Qualitätsniveau über mehrere Tage halten. Wichtig ist aber auch der Erhalt der Frische und damit auch des Geschmacks, d.h. der kurze und schnelle Weg von der Ernte bis zum Konsumenten, also Einhalten der Kühlkette, Pflege im Geschäft, etc.

Manchmal sind es aber auch die einfachen Dinge, die uns weiterbringen. Nämlich nicht zu früh mit einem Artikel zu starten, sondern erst wenn das Obst und Gemüse schmeckt. Es kostet Geld, aber ich bin der Meinung, dass es sehr gut investiert sein wird. Wenn unser Handel bereit ist, für gutes Obst und Gemüse mit mehr Geschmack einen höheren Preis zu zahlen, dann werden sich die Produzenten darauf einlassen.

@Interviewer:FH-Magazin:

@Grundtext mit Einzug:Der Online-Handel wächst bekanntlich. Glauben Sie, dass der Internet-Einkauf mit anonymen Produktabbildungen und Produktversprechen das Einkaufen mit allen Sinnen (Riechen, Anfassen und Prüfen) ersetzen kann? 

@Interviewer:G. Hoffmann:

@Grundtext mit Einzug:Das Thema wird heiß diskutiert und ich glaube, das man es differenziert sehen muss. Meiner Meinung nach wird der Online-Handel einen Teil des Obst- und Gemüsehandels übernehmen. Das bequeme Bestellen, die Lieferung am selben Tag, zumindest in Großstädten, wird vor allem für die jüngere Generation ein normaler Vorgang werden. Wenn die Kühlkette auf einfachem Weg bis zur Haustür gehalten werden kann, wird es noch leichter.

Aber auch der Online- Handel ist nicht preiswert und Probleme mit Rücksendungen werden die Begeisterung evtl. eindämmen. Eine Alternative wird immer mehr die Hauslieferung des Supermarktes am Wohnort, vor allem bei körperlich eingeschränkten Menschen. Dieser Service wird weiter wachsen.

Der andere Teil wird weiterhin wie bisher einkaufen gehen, ob im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt und riechen, anfassen, prüfen und wenn möglich probieren. Man sollte hier die soziale Komponente nicht aus dem Blick lassen, denn viele Menschen gehen auch einkaufen, um andere Menschen zu treffen.

@Interviewer:FH-Magazin:

@Grundtext mit Einzug:Wie stark kann sich ein engagierter Full Service Provider wie KÖLLA gegenüber dem LEH einbringen, um die Verbraucher durch Verkostungen für das Thema stärker zu sensibilisieren?  

@Interviewer:G. Hoffmann:

@Grundtext mit Einzug:Wir beschäftigen uns mit dem Thema seit einigen Jahren und mussten erst einmal lernen, selber unvoreingenommen, d.h. in der Blindverköstigung, mit unserem Obst und Gemüse umzugehen. Hierzu haben wir intern eine Sensorik-Gruppe aus Mitarbeitern aller Bereiche gegründet, die sich regelmäßig mit unseren Produkten auseinandersetzt. Die Ergebnisse waren teilweise überraschend, aber wir haben verstanden, dass teuer oder Marke nicht immer am besten schmeckt. Wir bieten in unserem Showroom übrigens Sensorik-Seminare an, um Kunden und deren Mitarbeiter für das Thema Geschmack zu sensibilisieren. Wir würden uns freuen, wenn sich diese Vorgehensweise durchsetzt.

Wir werden alle kritischer, interessierter und bewusster.

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