Fruits
of
Trust

KÖLLA unterstützt das Misereor Projekt Christen und Muslime: Gemeinsam gegen die Wüste

Ländliches Entwicklungsprogramm im Nordosten Burkina Fasos mit den Schwerpunkten Umweltsanierung,Wasserversorgung und Landwirtschaft

2018 Burkina Faso Chtisten und Muslime gemeinsam gegen die Wüste

Immer häufiger entlädt sich weltweit soziales Elend in blutigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften.
In der Region Dori im Nordosten Burkina Faso gibt es ein Gegenbeispiel. Hier haben sich schon 1969 Christen und Muslime zur “Union Fraternelle des Croyants“-UFC (Geschwisterliche Vereinigung
der Gläubigen) zusammengeschlossen, um gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, dem erschreckend schnellen Vordringen der Wüste in diesem Sahelgebiet sowie der zunehmenden Wasser- und Nahrungsmittelknappheit entgegenzuwirken.Sie hatten erkannt, dass eine dauerhafte Abhängigkeit von ausländischen Getreidelieferungen ihre Würde zerstört. Dem wollten sie eine aktive Gestaltung ihrer Lebensbedingungen
entgegensetzen. Dabei kam es vor allem darauf an zu lernen, mit dem halbtrockenen Klima umzugehen.

Umfassende Entwicklung
Nach intensiven Diskussionen in den Dorfgemeinschaften entwickelte die UFC Schritt für Schritt ein umfassendes Aktionsprogramm, das von MISEREOR von Anfang an finanziell unterstütztworden ist:
Schutz des Lebensraums durch Aufforstung und Erosionsschutzmaßnahmen, Wassergewinnung durch den Bau von Regenrückhaltebecken,Trinkwasserversorgung durch den Bau von Brunnen, Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion durch einen standortgerechten Land- und Gartenbau, Kleintier- und Fischzucht, Aus- und Fortbildung von einheimischen Beraterinnen und Beratern, Rehabilitationsprogramm für Behinderte, Frauenförderung,Alphabetisierung und Berufsausbildung von Jugendlichen.

Landflucht gebremst
Die bisherige Arbeitsbilanz des Projektes zeigt, dass die UFC mit ihrem hohen Engagement den Selbsthilfewillen der Dorfbevölkerung mobilisieren, den bedrohten Lebensraum verbessern und damit den Menschen Hoffnung und eine Zukunftsperspektive geben konnte. Nachweislich wurde nicht nur die Abwanderung junger Menschen in die Städte gebremst, sondern es kehrten auch Familien zurück, die wegen der Dürresituation
aus ihren Dörfern weggezogen waren.

Eigenbeteiligung der Bevölkerung
Für die nächsten Jahre plant die UFC u.a. weitere Regenrückhaltebecken zur Bewässerung von Obst- und Gemüsefeldern sowie ca. 30 Trinkwasserbrunnen. Eingebettet sind diese Baumaßnahmen in ein Erosionsschutzprogramm, das die Böden erhält und ihre Fähigkeit zur Wasserspeicherung erhöht. Dazu gehören z.B. die Wiederaufforstung mit Nutzholz und Obstbäumen, das Anlegen von Erdwällen oder das Anpflanzen von Hecken. Am Brunnenbau sowie an der Durchführung von Bodenschutzmaßnahmen beteiligt sich die Bevölkerung sowohl finanziell als auch durch unentgeltliche Dienste. Außerdem tragen die örtlichen Dorfkomitees Kosten und Verantwortung für Pflege und Unterhalt der Anlagen.

UFC als Friedensfaktor
Im Kontext der sich vor allem in den Nachbarstaaten Burkina Fasos verschärfenden Polarisierung zwischen muslimischen Fundamentalisten
und anderen Glaubensgemeinschaften spielt die UFC als christlich-muslimische Gemeinschaftsinitiative eine beispielhafte Rolle zum Erhalt des
inneren Friedens in der eigenen Gesellschaft. Und in anderen afrikanischen Staaten kann auf die UFC als Modell für ein beiderseitig vorteilhaftes Zusammenleben und –arbeiten verschiedener Religionsgemeinschaften verwiese    

 

Marktinformationen